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Das österreichische Bildungs- und Berufsberatungssystem

In Österreich gibt es zwei etablierte Systeme der Bildungs- und Berufsberatung, die in Austausch zueinander stehen: Bildungs- und Berufsberatung in Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen sowie Informationsservice zu Beruf und Weiterbildung durch das Arbeitsmarktservice sowie andere Beratungseinrichtungen. Die aktive Rolle der Sozialpartner (Berufsinformationszentren und Beratungsangebote der Wirtschaftskammern, Beratungsangebote der Arbeiterkammern) bei der Berufsberatung ist ein wichtiges Merkmal des österreichischen Guidance Systems.

Schüler/innen und Jugendliche haben viele Möglichkeiten zur Berufsberatung innerhalb und außerhalb des Schulsystems. In Österreich gibt es sechs psychologische Beratungsstellen für angehende und inskribierte Studierende an Universitäten, Pädagogischen Hochschulen und Fachhochschulen. Das Arbeitsmarktservice (AMS) ist ein wichtiger Anbieter für arbeitssuchende Erwachsene. Erwachsene können in jeder der neun Bundesländer kostenlos Bildungsberatungsangebote in Anspruch nehmen.

Strategieentwicklung

Die zentralen bildungspolitischen Ziele im Bereich Guidance sind in der nationalen Lifelong-Guidance-Strategie (LLG Strategie) festgelegt, die einen allgemeinen Rahmen für die Weiterentwicklung von Bildungsberatung und Berufsberatung als integraler Bestandteil der Strategie zum lebensbegleitenden Lernen in Österreich darstellt. Lifelong Guidance spielt eine zentrale Rolle und ist eine der fünf wichtigsten strategischen Leitlinien der Strategie und ein Element von mindestens sieben der zehn Aktionslinien des lebenslangen Lernens innerhalb der Strategie. Die Fortschritte in der Umsetzung werden vom jährlich tagenden nationalen Lifelong Guidance Forum überwacht. Das LLG Forum setzt sich zusammen aus Vertreter/innen des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung, des Sozialministeriums, des AMS sowie Vertreter/innen von Einrichtungen und Netzwerken der Erwachsenenbildung, Forschungseinrichtungen, Pädagogischen  Hochschulen und Euroguidance Österreich.

Die Ziele der nationalen LLG-Strategie sind:

  • Implementierung der Grundkompetenzen in allen Curricula
  • Fokus auf Prozessorientierung und Begleitung
  • Professionalisierung der Berater/innen, Trainer/innen
  • Qualitätssicherung und Evaluation von Angeboten, Prozessen und Strukturen
  • Zugang verbreitern – Angebote für neue Zielgruppen schaffen

Beratungsangebote

In Österreich haben junge Menschen viele Möglichkeiten zur Bildungs-und Berufsberatung innerhalb und außerhalb des Schulsystems. Im Schulsystem sollte das IBOBB-Konzept als zentral und übergeordnet erwähnt werden: Dieses sieht vor, dass jeder Schulstandort ein standortbezogenes Konzept der Information, Beratung und Orientierung entwickelt, in dem unterschiedliche Unterstützungsmaßnahmen miteinander kombiniert und aufeinander abgestimmt werden (eben z.B. die 3 Säulen, aber auch spezielle Projekte oder Beiträge im Regelunterricht).

Innerhalb des Schulsystems erfolgt die Berufsberatung nach dem IBOBB-Konzept (Information, Beratung und Orientierung für Bildung und Beruf). Jeder Schulstandort der Sekundarstufe I und II hat eine/n Berufsorientierungs-Koordinator/in und verfügt über ein standortbezogenes Konzept der Information, Beratung und Orientierung, in welchem unterschiedliche Unterstützungsmaßnahmen miteinander kombiniert und aufeinander abgestimmt werden.

Die IBOBB-Angebote an Schulen basieren auf drei Säulen: 1. Berufsorientierung (BO), die von BO-Lehrer/innen für Schüler/innen im Alter von 12 bis 14 Jahren angeboten wird 2. Individuelle Beratung und Unterstützung in Entscheidungsprozessen durch Schülerberater/innen und 3. Realbegegnungen (Berufspraktische Tage, Besuch von Bildungs- und Berufsinformationsmessen…), bei welchen die Schüler/innen praktische Erfahrungen sammeln können. Diese Maßnahmen werden durch die Angebote der Schulpsychologie-Bildungsberatung ergänzt, die bei Bedarf spezialisierte Unterstützung anbieten kann.

Außerhalb des Schulsystems bieten zahlreiche andere Einrichtungen (wie das AMS und die von den Sozialpartnern eingerichteten Dienste) Berufsberatung in Beratungszentren an. Jugendcoaching bietet Beratung und Orientierung für Jugendliche, die von Ausgrenzung und Schulabbruch bedroht sind.

Das Programm 18plus trägt dazu bei, Jugendliche in den letzten beiden Jahren der Sekundarstufe II (Vormatura- bzw. Maturaklasse) dabei zu unterstützen, ihre Ausbildungs- und Studienwahl besser an ihre Neigungen und Fähigkeiten anzupassen. Das Programm beinhaltet Maßnahmen wie Portfolioerstellung, Gruppen- und Einzelberatung sowie Eignungstests.

Die Webseiten www.studienwahl.at sowie www.lerneninoesterreich.at helfen bei der Suche nach Studienangeboten.

Die Psychologische Studierendenberatung unterstützt an sechs Standorten bei der Studienwahl und während des Studiums, begleiten sie bei ihrer persönlichen Entwicklung und beraten sie in akademischen und persönlichen Belangen.

Career Services an österreichischen Universitäten und Fachhochschulen unterstützen Studierende beim Übergang in die Berufstätigkeit.

Das Arbeitsmarktservice Österreich (AMS) ist die Ansprechstelle für Arbeitssuchende sowie Menschen auf dem Arbeitsmarkt, die ihren Beruf wechseln möchten und Unterstützung und Informationen zu Bildung / Ausbildung und Karrieremöglichkeiten benötigen. Die Berufsberatungszentren (BIZ) bieten persönliche Information und Beratung. Veranstaltungen z. B. zu Arbeitsmarkttrends und Workshops (z. B. zu beruflicher Selbsterforschung und Bewerbungen ergänzen das Angebotsspektrum.

In den neun Bundesländern wird im Rahmen der regionalen Netzwerke für Bildungs- und Berufsberatung eine kostenlose Bildungsberatung für Erwachsene angeboten. Ein Überblick findet sich Unter www.erwachsenenbildung.at/bildungsinfo/orientierung/bildungsberatung.php findet sich eine Liste von Kontakten im Bereich Bildungsberatung in den Bundesländern.

Die Online-Bildungsberatung Österreich bietet kostenlose Bildungsberatung für alle Menschen in ganz Österreich und erlaubt so räumliche Unabhängigkeit und höhere zeitliche Flexibilität.

Das Portal www.erwachsenenbildung.at informiert über Bildungsinformationssysteme, Grundlagen und aktuelle Themen der Erwachsenenbildung in Österreich und der EU und bietet verschiedene Services. Weiters bringt das Portal laufend Nachrichten und Veranstaltungstermine und veröffentlicht mindestens einmal im Monat einen Newsletter.

www.bib-atlas.at - Der Atlas zur Berufs- und Bildungsberatung in Österreich, Beratungsangebote können auch gezielt nach Region, inhaltlichen Schwerpunkten oder angebotenen Beratungsformaten gesucht werden.

www.bibwiki.at - Bib-wiki, das Wissenspool der Bildungsberatung in Österreich, wiki-Plattform für Beraterinnen und Berater.

Aus- und Weiterbildung für Berater/innen

In Österreich gibt es keine klar geregelte Ausbildung für Bildungs- und Berufsberater/innen. Es gibt jedoch verschiedene Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten von unterschiedlicher Dauer:

  • Diplomlehrgang zur Bildungs- und Berufsberatung am Bundesinstitut für Erwachsenenbildung (bifeb) (3 Semester)
  • Diplomlehrgang „Trainer/-in für Berufs- und Bildungsberatung“ am WIFI Wien (1 Jahr)
  • Diplomlehrgang „Bildungs- und Berufscoach“ am bfi Wien (7 Monate)
  • Universitätslehrgang „Bildungs-, Berufs- und Karriereberatung“ (Ausbildung) oder „Bildungs- und Berufsberatung“ (Weiterbildung) an der Donau-Universität-Krems
  • An Pädagogischen Hochschulen werden einheitliche Ausbildungen (Rahmencurricula) für Berater/innen, BO-Lehrer/innen und BO- Koordinator/innen angeboten, weitere Informationen unter www.schulpsychologie.at/schuelerber/schuelerinnenberatung/qualifizierung
  • Zusätzlich besteht für AMS-Berater die Möglichkeit, an einem vom Arbeitsmarktservice organisierten internen Training teilzunehmen.

Forschung

Das AMS-Forschungsnetzwerk des AMS Österreich und der Abteilung Arbeitsmarktforschung und Berufsinformation ist eine umfassende Informationsplattform für Aktivitäten in der Arbeitsmarkt-,
Berufs-, Bildungs- und Qualifikationsforschung.

Die beiden Einrichtungen des ReferNet Austria, das Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (IBW) als Koordinator sowie das Österreichische Institut für Berufsbildungsforschung (öbif) sind als Konsortium für die Durchführung des jährlichen Arbeitsprogramms des Cedefop verantwortlich.

Quellen

Karin Steiner, Monira Kerler: Trends und Bedarfe in der österreichischen Bildungs- und Berufsberatung, Wien (AMS report 123/124), Arbeitsmarktservice Österreich 2017.  Download
BIC.at „Bildungs- und Berufsberater/in“
AMS Berufslexikon „Arbeitsmarktberater/in, Berufsberater/in“
Bib-Wiki „Wie werde ich Bildungs-, Berufs- und Laufbahnberater/in?“
www.bildungssystem.at 
www.ams-forschungsnetzwerk.at 
https://bildung.bmbwf.gv.at/schulen/bo/index1.html
bildung.bmbwf.gv.at/schulen/bo/schul_ansprech/index.html
www.whatchado.com/de/jobinfo/wie-werde-ich-berufsberater